Weihnachten am münchner Marienplatz

Du bist schon wach!

Guten Moin liebe Lesewilligen! 😀

Die Nacht war kurz und unruhig, aber dafür kalt. Draußen ziehen sich die Nebelschleier, ich möchte sogar sagen, die eine Nebelsuppe über das Land.

Aus allen Ecken kommen sie wieder gekrochen. Aus ihren finsteren Höhlen steigen sie nun wieder empor, perverse Gedanken hegend. Die gemeinen Meuchelmörder. Bewaffnet mir frisch geschärften und voll betankten Kettensägen stapfen sie durch die dunklen Wälder auf der Suche nach ihren ebenso ahnungs- wie hilflosen Opfern.

Niemand kann oder will sie aufhalten. Im Gegenteil! Die große Masse freut sich auf die Mordorgie, die sie im Schilde führen. Gekleidet in Overalls, die Gesichter hinter Helmen mit Sichtschutz verborgen, schleichen sie sich an das ausgewählte Opfer. Die Ohren unter großen Kopfhörern verborgen, um die Todesschreie ihrer Tat nicht hören zu müssen. Zerren sie an dünnen Drahtseilen. Ein kleiner Zweitaktmotor kommt knatternd in Fahrt und giftige blaue Rauchwolken ausstoßend, setzt sich das Mordinstrument in Bewegung.

Was wird jetzt Schreckliches passieren?

Dann frisst sich die gierige Sägekette in den wehrlosen, majestätisch da stehenden Baum, reißt tiefe Wunden hinein. Dann kommt der Moment, in dem er sich langsam unter Stöhnen und Krachen seinem Schicksal ergeben muss. Sie haben wieder triumphiert, die Kettensägenmörder! Der alte Tannenbaum stirbt. Kurze Stille breitet sich aus, dann rücken die Totengräber an. Sie laden den stolzen alten Baum, der jahrelang Wind und Wetter getrotzt hat auf ein kaltes Stahlmonster und dann beginnt der Leichenzug seine makabere Reise zum nächst gelegenen Marktplatz.

Die Vorbereitungen fangen an.

Dort wird der tote Baum ein letztes Mal aufgerichtet. Er bekommt nutzlosen Tand übergehängt. Silber- und Goldsterne oder Glitzerketten, wie es die jeweilige Tradition erfordert. Lampen werden auf ihm verteilt, damit er keinesfalls übersehen werden kann. Jeder soll das Mahnmal der Vergänglichkeit des Lebens sehen können. Wie einst die Erhängten auf dem Galgenberg, so muss er dort nun stehen und alles über sich ergehen lassen.

Derweil bauen Händler und Tändler ihre Verkaufsbuden rund um seine nicht mehr vorhandenen Wurzeln auf. Bald beginnt das Fest! Alle feiern eine Geburt, doch er steht da und ist bereits tot. *schnief* 😦

Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich allerseits! 😀

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