Ich schaue euch auf die Pfoten!

Datenentführung!

Ja wo laufen sie denn?

Wie funktioniert das eigentlich mit dem Internet — Dingsbums und was passiert, wenn ich meinem Nachbarn eine eMail schicke?

Internet

Internet

Im Internet sind alle Computer untereinander weltweit vernetzt. Schicke ich ein Datenpaket auf die Reise, dann sollte es im Normalfall den kürzest möglichen Weg wählen, um an sein Ziel zu kommen. Das sollte z. B. im Falle einer Mail an meinen Nachbarn, der bei web.de einen Mail — Account unterhält, eigentlich innerhalb Deutschlands passieren, wenn meine Mails ebenfalls über diesen Provider laufen.

Normalerweise ist das auch so, aber es kann schon mal vorkommen, das diese Mails auch den Umweg über Island, Kanada, Mexiko und Nordamerika laufen, bevor sie wieder zurück nach Deutschland finden und bei web.de im Server landen. Das Netz ist so aufgebaut, das es sich nicht immer den kürzesten Weg sucht, sondern den Schnellsten. Das kann auch schon mal um den halben Globus führen.

Ok, Hauptsache die Mail kommt an, oder?

PC vernetzt

PC vernetzt

Nun ja … im Prinzip schon, dumm ist es nur dann, wenn die NSA hinter der Umleitung steckt und meine Daten mal schnell zur Analyse auf ihrem Server speichert! Solche „Entführungen” des Routings hat es schon oft gegeben, wie Heise.de hier berichtet.

René Obermann, der Telekom Chef, hat ja schon lange die Einführung eines nationalen Internets im Schengen – Raum gefordert. Das ist eine medienwirksame Aktion. Der Obermann der tut was um unsere Daten vor dem neugierigen Zugriff der NSA zu schützen!

Hurra! Wir sind gerettet!

Na ja, dabei wird leider außer Acht gelassen, dass das Internet so wie es im Augenblick funktioniert, ein solches reines EU — Routing gar nicht hergibt. Ihr erinnert euch? Das Internet wurde in den Zeiten des „Kalten Krieges” entworfen, so das es auch dann noch funktioniert, wenn ein Atomschlag der bösen Russen wichtige Zentren bereits in Schutt und Asche gelegt hat. Daher hat man sich dieses Routing ausgedacht.

Ganz so einfach wie sich das der Herr Obermann vorstellt, ist es also doch nicht. Selbst wenn es realisiert wird, da wären ja auch noch das Government Communications Headquarters oder auch GCHQ der Engländer, die zählen ja auch zu Europa. Nicht zuletzt ist ja auch der Bundesnachrichtendienst, der BND ein genau so fleißiger Lieferant für die NSA.

Dann sind wir den Schnüfflern also doch ausgeliefert?

Nein, um uns wirklich einigermaßen leidlich abzusichern, müssen wir beim Absender anfangen. Wir müssen bei uns selbst massive Datenverschlüsselung anwenden, um es der Datengier der NSA wenigstens nicht ganz so einfach zu machen. In wie fern das allerdings bei einem Betriebssystem wie Windows, in dem ja die NSA bereits einige Hintertürchen eingebaut hat, wie vor Kurzem bekannt wurde, Sinn macht, sei mal dahin gestellt. Mit Open Software haben es diese Leute da schon schwerer. Ein System wie Linux wird von vielen Entwicklern weltweit weiterentwickelt und da müsste die NSA schon tausende von Menschen in ihre Dienste pressen. Einer findet immer eine Hintertür und veröffentlicht das. 😉

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