Kompass

Quo vadis, Domine?

„Venio Jobcenterum iterum crucifigi.”

Jobcenter Hartz IV

Jobcenter Hartz IV

Wie geht es denn nun weiter? Wird es nicht langsam Zeit, dieses menschenverachtende System abzuschaffen?

Es wird aller höchste Zeit! Als die SPD Hartz IV vorgestellt und eingeführt hatte (ja, die sind dafür verantwortlich!), hat man es als großen Entwurf gefeiert, mit dem den „Bedürftigen” schnell und unkompliziert geholfen werden sollte. Die CDU hat ihr Möglichstes getan, um diesen Horror noch zu optimieren. Jetzt wollen beide gemeinsam in der großen Koalition das ganze unveränderlich in Stein meißeln. 😦

Hartz IV hatt nur den Zweck, die Menschen in Armut und Hilflosigkeit zu lassen. Offiziell sollte es das Existenzminimum sichern, damit die Menschen damit weiter leben können. Tatsächlich kann aber auch das noch weiter sanktioniert werden. Es kann bis auf Null gedrückt werden, wobei man schon froh sein kann, das man eben nicht weiter gehen kann.

Es entstand ein Heer von Ein-Euro-Jobbern, aus deren Potential sich die Arbeitgeber nach belieben bedienen dürfen. Gab es das nicht schon einmal? In einer jüngeren Geschichte, an die kein Deutscher gerne denkt? Aber egal, wir sind also wieder am selben Punkt angelangt. Es gibt wenige, tapfere Menschen, die sich dagegen auflehnen.

Inge Hannemann ist nur eine von ihnen, aber wohl die bekannteste. Sie macht sich dafür stark, das die Sanktionen abgeschafft werden. Derzeit läuft im Deutschen Bundestag die Sammlung von Unterschriften, um es ihr ermöglichen, ihr Anliegen im Bundestag vorzutragen.

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die Paragrafen im Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (Grundsicherung für Arbeitsuchende, § 31 bis § 32 SGB II) und im Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (Sozialhilfe, §39a SGB XII) ersatzlos zu streichen, die die Möglichkeit von Sanktionen bzw. Leistungseinschränkungen beinhalten.

Begründung

Die Sanktionen (§ 31 und § 32 Zweites Buch Sozialgesetzbuch) und die Leistungseinschränkungen (§ 39 a Zwölftes Sozialgesetzbuch) verletzen das Recht auf die Absicherung des zwingend gesetzlich festgelegten soziokulturellen Existenzminimums. Wem ganz oder teilweise die Grundsicherungsleistung gestrichen wird, dessen Existenz und gesellschaftliche Teilhabe ist bedroht.

Um das zu erreichen fehlen noch ein paar Unterschriften! Bitte liebe Lesewillige, unterzeichnet die e-Petition 46483 auf dem Server des Bundestages. Es geht um viel und in der aktuellen wirtschaftlichen Lage, kann es jeden Treffen, von Hartz IV abhängig zu werden. Es hat einfach schon zu viele Selbstmorde aus diesem Grund gegeben. Nur ein einziger wäre bereits zuviel! 😦

Danke für’s Lesen und einen schönen 2. Advent wünsch ich noch. 😀

PS: Meiner Meinung nach, wäre die Einführung eines unantastbaren BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) die Optimal Lösung, macht euch mal schlau darüber, es ist nicht so undurchführbar und unfinanzierbar, wie es die Großkassierer gerne hinstellen. 😉

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6 Gedanken zu „Quo vadis, Domine?

  1. fridakopp

    Die Sanktionen sagen viel aus über das System Hartz 4: Es soll ja insgesamt eine Strafe sein. Mal abgesehen vom beschriebenen Nutzen für die Wirtschaft. Und es soll Angst verbreiten. Die wiederum bewirkt, dass die Menschen auch an den miesesten Jobs festhalten.

    1. Charly Schwarzer Autor

      Gut erkannt!
      Wenn Hartz IV real bei, sagen wir mal 500,- € liegen würde, dann hätte der Staat auch das Recht bis zum Existenzminimum zu kürzen. Darunter geht nicht. Punkt!
      Das verbietet das Grundgesetz.
      So lange unsere Industrie so massiv von den 1-Euro-Jobbern, der Angst und den psychologischen Folgen, die H IV (sehr schöne Abkürzung, gell?) ausstrahlt, profitiert, ändert sich nicht viel an diesem System. Es wurde für die wahren Arbeitgeber unserer Regierung geschaffen, nicht für das Volk. 😦

      1. fridakopp

        H IV – „schöne“ Abkürzung?
        Ich hatte auch einen Herz -I(V) farkt… nicht so gut.
        Von den 1-Euro-Jobs profitieren nicht so sehr gro0e Unternehmen… aber zum Beispiel Städte – und Kirchen!
        Ein Freund hatte da mal einen 1-€-Job und macht das weiter Ehrenamtlich, weil er da ab und zu ein paar Euro zugesteckt kriegt.
        Auch die Kirchen zahlen a-sozial.

        1. Charly Schwarzer Autor

          Das ist nicht so schön zu hören, tut mir leid. Mich hatten sie wegen der Pumpe auch schon zwei mal unterm Messer. Hochdruck, Aorta am Herz geplatzt.
          Daher wurde ich von der Arge gezwungen Frührente einzureichen. Eigentlich widersinnig, ich bekomme nicht genug Rente und muss dann bei der Arge noch aufstocken bis zum Lebensminimum. Aber das zahlen sie dann ohne Mucken, ich bin dann ja aus der Arbeitslosen Statistik raus. Zahlendreherei!

          Heut habe ich mir selbst eine Beschäftigung gesucht, ich helfe meinen Freunden bei Computerproblemen KOSTENLOS! Das ist besser, als dumm rum zu sitzen und die Wand anstarren.

  2. fiirvogu

    Bei uns ist auch gerade eine Diskussion betr. Grundeinkommen am starten. Meine Position diesbezüglich steht noch nicht fest – weiss noch zu wenig darüber. Stand heute wäre ich wohl dagegen. Mal schauen, wie es aussieht, wenn ich mehr darüber weiss… So oder so finde ich es am Besten, wenn man auf eigenen Füssen stehen kann und die Behörden so wenig, wie möglich braucht, dafür aber die Unabhängigkeit erhalten kann. 🙂
    Lieber Gruss
    Charlotte

    1. Charly Schwarzer Autor

      Ich kann Dich nur ermutigen, die darüber zu informieren. Die Idee an sich klingt für’s erste revolutionär, manche sagen sogar undurchführbar, aber nach den Zahlen, die ich bis jetzt kenne, ist das gar nicht so weltfremd.
      Schwierig wird es vielleicht für die Arbeitgeber, die sich dann wieder richtig Mühe geben müssten. Vorbei wären die Zeiten: „Wenn Du nicht spurst, dann hole Deine Papiere, der Nächste wartet schon“.
      Meiner Meinung nach ist aber gerade der Wegfall dieses Drucks ein enormer Sprung nach oben in der Lebensqualität und auch der Arbeitsergebnisse, die dabei raus kommen. Die Kreativität und Innovationen werden wieder zunehmen, wenn das Gespenst der Arbeitslosigkeit weg fällt. 🙂

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