Weihnachtsbaum

Oh du fröhliche …

Endspurt! Heute ist es so weit.

Die kleine Familie feiert Heute Weihnachten. Lange hat es gedauert, aber der große Tag ist nun endlich da. Also schauen wir mal, was nun passiert …

Zum leichteren Verständnis sind die Anmerkungen das Autors in Blocksatz, die der Frau linksbündig und die des Mannes rechtsbündig gesetzt.

Los gehts …

Nun ist er also da, der große Tag, auf den wir alle gewartet haben. Nachher werde ich in den Keller runter gehen und den Baum so weit zurecht machen, das er in den Ständer passt, dann kommt er nach oben, ins Wohnzimmer und wird geschmückt. Das passiert bei uns aus Tradition immer am Morgen des 24.12. nicht eine Minute früher. Hoffentlich hat die Frau inzwischen den Schmuck vom Dachboden geholt und die Lichterkette entwirrt. Ich habe für so etwas kein Talent. Bin eher der Mann fürs Grobe.

Auf dem Dachboden

Also diese mal räume ich auch die Sachen wieder nach oben. Das ist ja ein Chaos hoch Zehn hier! Man kann Männern einfach sagen was man will, sie hören doch nicht zu! Um Himmels Willen — dieses Knäuel dort hinten, ist das etwa die Lichterkette? Wie stellt er sich das denn vor? Ich habe besseres zu tun, als hier Knoten zu lösen!

Im Keller

Musste es wirklich ein Truthahn sein? Warum dieses Jahr unbedingt ein Essen im American Style? Na ja, ich muss es ja nicht kochen, nur essen. Aber selbst das ist keine leichte Aufgabe, wenn ich an dieses riesige Tier denke. Ich glaube ich nehme das später mit nach oben. Erst mal der Baum …

In der Wohnung

„Hast Du den Truthahn mitgebracht? Der muss langsam mal aus der Gefriertruhe!”


„Ja gleich Schatz!” — *grummelbrummel* Wie lange sind wir schon verheiratet?
Hat sie immer noch nicht bemerkt, das ich nur zwei Arme habe?


„Dann mach aber mal hin und hilf mir dann dieses Chaos zu entwirren!”


Hm, ob man den vielleicht noch irgendwie einklemmen kann? Der Stil ist ja doch ein klein wenig zu dünn geworden. Wackelt ganz schön im Ständer. Vielleicht mit etwas grüner Pappe nachhelfen? 😦


Die Frau betritt das Wohnzimmer — stockt einen Moment und schaut dann zweifelnd auf das grüne Gebilde, welches da im Christbaumständer krampfhaft versucht aufrechte Haltung zu bewahren.


„Ich kann mir einfach nicht helfen, aber war der nicht mal gerader als wir ihn gekauft haben? Der Händler hat ihn doch extra noch auf unseren Christbaumständer passend zugespitzt. Deshalb hatte ich den ja bei Kauf auch dabei gehabt!”


„Äh ja Liebes, das kann passieren. Der hat damals gepasst, aber der trocknet ja im Laufe der Zeit aus.” Mist verdammter! Ja natürlich haben wir den passend machen lassen. Ich habe nicht mehr daran gedacht! *grrr*


„Merkwürdig, das sich das nach acht Tagen schon bemerkbar macht!?” Was will er mir damit jetzt eigentlich sagen? „Na Du machst das schon und jetzt hole bitte den Truthahn, dann hilf mir mit der Lichterkette.”

Eine Stunde später …

Oh was tun mir die Arme weh, das Ding zu halten strengt ganz schön an! Das war die Lichterkette des Todes! Zum Glück kam mir die rettende Idee: Ich habe den schlimmsten Knoten einfach raus geschnitten und mit etwas grünem Isolierband den ganzen Kram wieder zusammen geflickt. HA!


Lieber Himmel! Ich glaube jetzt dreht er langsam durch. Als ich ihn mit dem Seitenschneider ankommen sah, dachte ich schon: Das war es jetzt mit Weihnachten! Na ja 10 cm fehlen jetzt, aber wenigstens sind noch alle Lichter dran und sie leuchten auch noch. Du glaubst es nicht!


Nachdem endlich der Baum, auch mit Hilfe eines dünnen Nylonfadens und eines kleinen Nägelchens in der Wand eine halbwegs stabile Position eingenommen hatte, Gingen beide daran, die mittlerweile vollständig entwirrte Lichterkette um den Baum zu drapieren und den Christbaumschmuck an die Äste zu hängen. Dann noch die Klärung der Frage ob Engelshaar oder Lametta besser wirkt, welche zu Gunsten des Engleshaares entschieden wurde. Ein stattliches Kerlchen!


*knuuuutsch* „So mein Schatz, jetzt besorg ich schnell noch die Geschenke und dann gehe ich unter die Dusche. Was machst Du?”


„Dreimal darfst Du fragen: Ich verschwinde natürlich in der Küche! Schon vergessen? Da wartet noch ein Truthahn!”


„Also los, bis nachher! Wenn ich was helfen kann, dann ruf mich …”


„Mach ich!” — sofern wir Heute Abend Dosensuppe essen wollen. Nein, das lass mal lieber meine Sache sein.


So langsam aber sicher neigt sich der Tag dem Abend entgegen und die allgemeine Hetze des Tages verschwindet. Aus der Küche dringt ein verführerischer Duft und die hektischen Geräusche werden leiser.

Der Abend naht!

Nach einem grandiosen Essen, das sicherlich noch bis Neujahr reichen wird, geht es an das Auspacken der Geschenke und das gemütliche Beisammen sein. Jetzt hat es für die Beiden ja doch noch geklappt, wie jedes Jahr. Die Stimmung schlägt um in eine allgemeine Harmonie und Frieden kehrt ein in das Haus des jungen Paares. Eine besondere Überraschung wartet aber noch …


„Scha-haaatzi, woher hast Du gewusst, das ich mir das wünsche? Ich habe aber auch noch ein ganz besonderes Geschenk für Dich!”


„Ja? Wo ist es denn? Ich möchte es auspacken!“


„Das tut mir Leid, aber bis zum Auspacken musst Du noch neun Monate warten …”


Mit dieser freudigen Nachricht verlassen wir jetzt das Pärchen und wünschen ihnen alles Gute zu Weihnachten.

Das wünsche ich euch auch liebe Lesewillige. Lasst es euch gut gehen im Kreise eurer Liebsten und genießt die Feiertage. Ich wünsche euch von Herzen alles Gute und einen harmonischen heilig Abend! 😀

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18 Gedanken zu „Oh du fröhliche …

    1. Charly Schwarzer Autor

      Moin Sina und frohe Weihnachten!
      Ja ich hatte hier das ideale Weihnachten. Die Geschichte ist reine Phantasie, Ähnlichkeiten mit verstorbenen, lebenden oder noch leben werdenden Personen sind rein zufällig, aber nicht ganz auszuschließen.

      Lass es Dir gut gehen 😀

      1. giftigeblonde

        Danke Charly!
        Heute ist Entspannung angesagt, morgen gleich auch noch, bevor am Freitag die weiteren feierlichen Essen weitergehen…gggggg.

        Klar ist das reine Phantasie,…lach!
        Liebe Grüße Sina

          1. giftigeblonde

            Ma hör mir auf, ich denk mit Schaudern dran wie unsere Katern wieder ängstlich sein werden wenns knallt. Schrecklich ist das.
            Für uns ist Silvester ein ganz normaler Tag,..wir gehen nur was essen und hüten dann die Viecher daheim 🙂
            Und du?

          2. Charly Schwarzer Autor

            Mein Silvester wird genau so spannend und aufregend, wie der Hl. Abend. Ich setz mich vor den Badezimmerspiegel und unterhalte mich ein wenig. Der widerspricht wenigstens nicht 😉
            Katzen hab ich hier keine. Nur unten im Hof sind immer ein paar Streuner, die werden aber auch stiften gehen. 🙂

          3. giftigeblonde

            Warst du alleine Charly gestern? Wolltest du das so oder ist es einfach so?
            Wenn dir meine Frage zu persönlich ist, dann lösch den Kommentar einfach.

            Weißt du manches Mal wünsche ich mir alleine zu sein, zu manchen Zeiten,…
            liebe Grüße Sina

          4. Charly Schwarzer Autor

            Es ist mir nicht zu persönlich. Jede Frage hat eine ehrliche Antwort verdient.
            Ich lebe hier alleine und da ich in diesem Ort niemanden kenne, war ich auch an Weihnachten alleine. Das wird auch an Silvester so sein. Aber ich komme sehr gut damit zurecht. Kannst ja hier auf der Seite https://charlyschwarzer.wordpress.com/autismus-was-ist-das/ mal den heutigen Update am Ende lesen. Ich kann mich prima für mich alleine beschäftigen.
            Deinen Wunsch, manchmal alleine zu sein, kann ich sehr gut verstehen. Hin und wieder kommt es einfach zu dicke, dann möchte man am liebsten einen Schalter umlegen und mal eine Weile die Außenwelt einfrieren, bis man seine eigenen Gedanken sortiert hat und wieder bereit ist, weiter zu wuseln. 😉

          5. giftigeblonde

            Hallo Charly, ich habe das update mit Interesse gelesen und mir ist einiges klarer geworden. Und, es ist schon was besonderes wenn man mit sich selbst „genug“ hat. Das können heute nicht mehr viele, die brauchen immer Halli Galli um sich rum.
            Gedanken sortieren tut not, für jeden denke ich.

            Liebe Grüße Sina

          6. Charly Schwarzer Autor

            Ich denke viel mehr Menschen als wir glauben, hätten mit sich selbst genug. Es sind meist die Einflüsse von außen, die diese Action fordern.
            “ Wer in sein will, der kommt zu uns!“ oder „Da muss man dabei gewesen sein“ strömt es dauernd aus jedem Medium. 😉
            Danke, liebe Grüße zurück. 😀

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