Kindheitsbrause – die Zweite

Der Geheimagent

Hier kommt noch ein Teil zum Projekt von Doro: Süßigkeiten aus unserer Kinder/Jugendzeit:

Die Morgendämmerung naht. Seine Sinne sind bis zum Äußersten gespannt. Wie soll er nur die Nachricht weiter geben? Er hatte in einer stillen Stunde eine Geheimschrift mit den Agenten G und H vereinbart, aber wer einen simplen Taschenspiegel besaß und diesen in der Mitte der kryptischen Zeichen ansetzte, der konnte auf einmal ganz normale Buchstaben erkennen. Die Nachricht musste also vernichtet werden.

Ihnen war jedoch verboten mit Feuer zu hantieren. Ihre Chefs, Oberagent Mu und Oberagent Va hatten es untersagt: „Wenn Du noch einmal die Streichhölzer nimmst, dann gibt es Ärger, mein Kleiner!” Das war der Geheimcode für: Finger weg von der Weltvernichtungsmaschine, sonst kannst Du mal einen Tag lang in deiner Agentenhöle bleiben.

Also wie sollte der Beweis, die Nachricht, vernichtet werden, ohne das Spuren blieben? Als er aus dem Bad kam, musste Agent C erst mal in die Agentenschule. Als sie zu Ende war, kam ihm ein Geistesblitz! Er ging gerade an dem Laden mit dem Agentenzubehör vorbei, mit dem Decknamen „Bäckerei Jäger” und sein Blick fiel auf das Esspapier. Das war die Lösung! Geheimnachricht darauf schreiben und nach Gebrauch aufessen!

Die Cheftechnikerin für Geheimzubehör war sehr erstaunt, als C diesmal nicht wie gewohnt, die üblichen Krafttabletten von Frigeo wollte, sondern wortlos und mit ernstem Gesicht auf das Esspapier deutete. Über ihren Mund huschte ein Anflug von Schmunzeln, sie ahnte was C vor hatte. „Bitteschön Cha — äh, Sir C”. Ein kluges Mädchen! Vielleicht sollte ich sie nach dem Job mal einladen … äh, und dann vielleicht tun, was ein Agent wie James Bond da halt so tut, falls das nicht Aua macht oder so.

Essbares Papier (Oblate)

Esspapier für ganz geheime Geheimagenten

Im HQ wollte er sich gleich an die Arbeit machen aber Agent Mu meinte, gewisse Aufgaben aus der Agentenschule seien wichtiger. Na gut, als er fertig war, konnte es los gehen: Die Nachricht in Geheimschrift notiert, vorsichtig leicht zusammen gerollt und in eine leere Dose gesteckt. Den kleinen Taschenspiegel dazu.

Am großen Fluss, Deckname Main, wurde die Nachricht unter den Trauerweiden im „Toten Briefkasten” deponiert. Eine Kopie davon steckte in seiner Jacke. C ging in Deckung zwischen den großen Granitblöcken am Ufer und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Da tauchte Agent G schon auf. Er sicherte nach allen Seiten und ging unauffällig an das Versteck. Kurz mit dem Spiegel die Nachricht dechiffrieren und dann aufessen. Er würde Agent H informieren! C aß auch seine Kopie auf. Hmm! Lecker!!! Damit war der Auftrag erledigt.

Wieder ein Sieg für die Gerechtigkeit und ein schmackhafter Einsatz überstanden. 😀

Tja, Kinder können eine blühende Phantasie haben, liebe Lesewillige 😉

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22 Gedanken zu „Kindheitsbrause – die Zweite

    1. Charly Schwarzer Autor

      Leider!
      Aber die Verkäuferin beim Jäger hatte sich noch so etwas bewahrt. Egal ob Agent C oder Raumfahrer Charly kamen, da waren immer sofort die Krafttabletten bereit, oder die Nahrungstabletten für den Raumfahrer.
      Den dummen Erwachsenen bekannt als Frigeo Brausebonbons oder Brausetaler. 😉
      Mir fällt auf, das ich ein ganz schöner Brauser gewesen bin! 😀

    1. Charly Schwarzer Autor

      Für mich war es auch nur Mittel zum Zweck, wenn aber jemand gewusst hätte, das wir auch Füllertinte mitessen … nicht auszudenken! Da wären sofort Greenpeace und die Seuchenbehörde auf der Matte gestanden. 😉

        1. Charly Schwarzer Autor

          Tja, ich war auch immer ein GeHaner. Die Pelikanesen hätten das nicht geschafft!
          Wenigstens ein Gutes!
          Wir GeHaner (GeHa – Füllerbenutzer) hatten das traurige Los, das unsere Patronen in den GeHa UND in den Pelikan passten, die Pelikan Patronen gingen nur dort rein, nicht bei uns. Rate mal wer immer welche leihen musste? 😉

          1. Gabi

            Na du hast aber ein gutes Gedächtnis. Ich weiß die Marke meiner ersten Füllfeder nicht mehr. Weiß nur noch, dass sie rot war. Die Buben hatten eine Blaue. 🙂

          2. Charly Schwarzer Autor

            Das sagt leider nicht viel aus, das es beide Sorten in Rot und Blau gab. Meiner war Cyan. An der Form kann man es erkennen. Die Pelikan waren im Allgemeinen leicht rundlicher an allen Stellen, besonders Vorne, die Halterung der Feder. Die war – wie soll ich das beschreiben? Irgendwie abgerundeter halt. Die Geha waren da etwas kantiger. Auch abgerundete Ecken, aber doch war die Halterung mehr von einer Rechteck-Form. 😀
            Hmmmm – Ich bin mal wieder eine Plaudertasche. Referiere hier über Füllfederhalter. *kopfschüttel*
            Aber das hat mich auf die Idee gebracht, für mein Heutiges Thema 😀
            Ich glaube, ich nehme mir mal die Quantenphyik vor, die ist so richtig schön verquer! 😉
            Keine Angst! Ich mach das schon genießbar.

          3. Gabi

            Warum nicht über Füllfederhalter referieren. Finde es toll, dass Du Dich noch so genau daran erinnern kannst. Das weiss ich alles leider nicht mehr. Bin gespannt auf die Quantenphysik. 🙂

  1. minibares

    Herrlich, lieber Agent C.
    Ich bin begeistert, so voller Enthusiasmus geschrieben aus der Erinnerung.
    Klasse.
    Esspapier war echt eine tolle Vorlage für manche „Verbrechen“ grins.
    Danke für diesen tollen Bericht.
    die lachende Bärbel 😆

    1. Charly Schwarzer Autor

      Ich musste es einfach tun. Papier war für mich etwas zum Draufschreiben. Und der Agent im Film, die Woche zuvor, hat seine Nachricht auch gegessen. 😉

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