War Schrödinger ein Tierquäler?

Kennt ihr Erwin Rudolf Josef Alexander Schrödinger?

Erwin Schrödinger, Katzenfreund

Erwin Schrödinger, Katzenfreund

Einigen von Euch dürfte er bekannt sein, als der Tierquäler mit der Katze! Er ist der Erfinder eines bekannten Gedankenexperiments aus der Quantenphysik. Um den Menschen den Irrsinn der Quantenwelt näher zu bringen, der oft sogar Kernphysiker zur Verzweiflung bringt, hat er sich das ausgedacht, nicht um als Tierquäler zu gelten!

Kurz zusammengefasst: Katze in Kiste mit Giftglas, Radiostrahler, Geigerzähler und Hammer. Wenn Radiostrahler strahlt, dann lässt Geigerzähler Hammer auf Glas knallen, Katze tot. Wenn das nicht passiert, lebt Katze.

Er sagt jetzt: Ohne in die Kiste hinein zu sehen ist die Katze tot UND lebendig gleichzeitig! Erst die Beobachtung wählt eine der beiden Möglichkeiten aus, lässt sie also wahr werden.

Da ich Katzenfreund bin, hab ich mir mal meine Gedanken gemacht, wie das anders zu beschreiben wäre:

Wenn ich nachts bei völliger Dunkelheit und mit Ohropax im Bett liege, dann könnte meine Freundin neben mir liegen. Sie könnte  aber auch in der Küche sein, und eine Kleinigkeit als nächtlicher Snack futtern.

Um festzustellen welche Möglichkeit nun stimmt, muss ich eine Messung vornehmen. Das kann ich tun, in dem ich das Licht einschalte, das würde die Unsicherheit des quantenmechanischen Zustandes stören und ich wüsste durch die Messung mit den Augen, ob sie neben mir liegt, oder in der Küche futtert. So lange das Licht aus ist, tut sie BEIDES GLEICHZEITIG! Liegt also bei mir UND ist in der Küche!

Gleiches gilt auch für eine akustische oder eine mechanische Messung, wenn ich also die Stöpsel raus nehme um nach ihrer Atmung zu lauschen, oder wenn ich auf ihre Seite hinüber grapsche um aktiv nach ihr zu tasten. Im Falle der mechanischen Variante würde die daraufhin erfolgende schallende Ohrfeige mein Messergebnis darstellen.

Also ist es nicht möglich, den Zustand von Quanten-Sandra zu ermitteln, ohne den Quantenzustand durch eben diese Messung zu beenden.

Hätte Schrödinger diese Variante des Gedankenexperiments gewählt, wäre er Heute nicht bei vielen als Tierquäler verschrien, sondern als bedauernswerter Mensch mit geschwollener Backe bekannt.

SCHRÖÖÖDINGER!!!

SCHRÖÖÖDINGER!!!

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21 Gedanken zu „War Schrödinger ein Tierquäler?

  1. nandalya

    Man(n) soll Frau ja nicht begrapschen, lieber Charly. Dann riskiert er keine „dicke Lippe“ 😀

    Ich habe darüber mal etwas gelesen. Menschen wie Schrödinger leben in einer anderen Welt. Für sie zählt lediglich das Ergebnis, wie sie es erreichen nicht. Das kann dann wirklich zu menschenverachtenden Experimenten und Tierquälerei werden, denke ich. Aber diesen Aspekt können Wissenschaftler nicht sehen.

    1. Charly Schwarzer Autor

      Nein, der Vergleich entstand nur dadurch, das er eine Möglichkeit gesucht hat, etwas zu erklären was berechenbar ist, aber eben nicht – wie soll ich sagen – verstehbar?
      Eine Katze, die gleichzeitig tot und lebendig ist, ist so fern von unserer Welt. In der winzigen Quanten-Welt ist es aber so. Erst die Beobachtung beendet den Zustand und legt diesen Zustand fest.
      Ein strahlendes Element kann zerfallen, muss aber nicht und wann es das tut kann man ebensowenig wissen. Das wollte er auf unsere Makro-Welt übertragen und dem Fragesteller so erklären. Er hätte nie eine Katze umgebracht. 😀

      1. nandalya

        Schon klar. Aber diese abgehobene Denkweise kann der Normalbürger nicht verstehen. Der unterhält sich lieber mit Helge Schneiders Katzenklo. 😀

  2. Mimi Webhexlein

    Vielen Dank für deinen spannenden Beitrag! Er hat mich gerade zum Experimentieren verleitet: Mein Kater liegt regungslos – in einem unbekannten Quantenzustand – auf der Fensterbank. Die visuelle Messmethode greift hier schon mal nicht. Die akustische ist nicht eindeutig (die leichten Schnarchgeräusche könnten auch von nebenan stammen). Die mechanische (Kinn kraulen, Pfoten kitzeln, am Schwanz ziehen) führt zu widersprüchlichen Ergebnissen (geringe bis keinerlei Zuckungen des Fells). Vorläufiges Ergebnis: Mein Kater schwebt in anderen, noch unerforschten Sphären. 😉

    1. Charly Schwarzer Autor

      Es gäbe da noch eine Methode, die verrate ich ungern, da dann wieder der Harald Lesch kommt und mich als Scharlatan bezeichnet, aber vielleicht könnte eine Dose Katzenfutter einen Quantensprung auslösen?! 😉

  3. Mimi Webhexlein

    Hihi, das war auch mein Gedanke, aber das hätte meine pseudowissenschaftliche Beweisführung ja komplett widerlegt. 🙂

  4. minibares

    Nach der Frau grabschen, es geht auch anders, wie gesagt auf den Atem hören oder ist es denn total dunkel bei dir?
    Bei uns ist immer ein klein wenig Licht. so kann ich sehen, ob die Bettdecke ein wenig gewölbt ist oder flach.

    1. Charly Schwarzer Autor

      Also das war gedacht im Falle einer absoluten sensorischen Abschottung, mit optionaler, selektiver Zuschaltmöglichkeit einzelner Sinneseindrücke. Auch alles nur rein theoretisch, wie beim Schrödinger. 😉

      1. Gabi

        Danke. Der Herr Lesch erklärt das recht gut. Ob es halt so wirklich in die Tiefen meines Verstandes eingedrungen ist, weiß ich zwar nicht so genau, aber zumindest hatte ich für mich mal einen gewissen Einblick. 🙂

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