Symbolbild: Meine erste Armbanduhr.

Die verschwundene Armbanduhr

Klein-Charly und die erste Armbanduhr

Ich weiß nicht mehr, wie alt ich damals war, aber an alles Andere erinnere ich mich noch sehr gut!

Es waren die Tage vor Ostern. Mein Papa hatte schon so Andeutungen gemacht, das es dieses Jahr vom Osterhäschen etwas ganz besonderes geben sollte. Es sollte immer bei mir sein, es sollte blau sein und es sollte mir helfen… hm, Klein-Charly war verwirrt.

Nach tagelangem Bohren und Nachfragen kam der entscheidende Hinweis von Mutti: Es macht dauernd ein bestimmtes Geräusch! Und dann lag auf dem Wohnzimmertisch der Baur Katalog. Ich schaute mir die aufgeschlagene Seite an: Armbanduhren! Das könnte stimmen, die Hinweise die ich schon hatte, passten genau.

Hm, die einzige Armbanduhr auf dieser Seite, die blau war, war eine Taucheruhr. Das Beitragsbild stimmt nur annähernd mit dem Original überein. Was für eine Hübsche! Mit Batterie für eine Laufzeit von 7(!) Jahren. WOW!

Ich wurde immer nervöser und konnte es kaum noch abwarten. Der Ostersonntag kam und der erste der Familie, der wach war, war Klein-Charly! Noch nie hatte ich das Bad, das Frühstück und alles so schnell hinter mich gebracht. Jetzt ging es an die Suche …
Nacheinander hatte ich alle Eier, Schokohasen usw. zusammen gesucht. Mama grinste wie ein Honigkuchenpferd und Papa kam aus dem Lachen kaum noch raus. „Da fehlt noch was. Etwas hast Du noch nicht gefunden!“ – JA ABER WOOOOO?

Ich hatte alle nur denkbaren Verstecke durch. Das Schränkchen mit dem alten Röhrenradio, immer wieder gern genommen. Auch die Hinweise Warm/Kalt, die mir Papa gab, halfen diesmal in keiner Weise weiter. Ich hatte den großen Schoko-Hasen im Musikschränkchen gefunden und in meinen Korb gepackt. Das Versteck des Hasen hatte den Status „sehr sehr heiß“. Aber als ich noch mal hinein schaute, war es kalt!?

Bisher hatte ich alle Verstecke meines Vaters geknackt, aber jetzt …

Schließlich gab ich frustriert auf. Wahrscheinlich konnte man mir meine Enttäuschung bereits 100 Meter gegen den Wind anmerken. Also zurück ins Wohnzimmer und alles ins Osternest gepackt. Eine schöne Ausbeute war das. Konnte man sich nicht beschweren, auch wenn die vermutete Taucheruhr nicht dabei war, obwohl ein Geschenk immer noch fehlte…
Leicht frustriert beschloss ich, dieses Jahr als erstes den Hasen zu futtern. Als Protest sozusagen! Ich öffnete die Folie am Boden, die Goldhasen lassen sich da am Besten öffnen. – komisch?! Wieso ist die Folie dort so locker?

Dann sah ich das Loch im Hasenboden. Ein Stück Schokolade fehlte und im Inneren des Hohlkörpers befand sich eine kleine Schachtel von Junghans!!! Ich hatte die Uhr nicht gefunden, weil ich sie längst gefunden hatte!
Das war das absolute Meisterstück meiner Eltern! Respekt!

Mega 1 Funkuhr - Quelle: Wikipedia

Junghans Mega 1, die erste Funkuhr und Nachfolger meiner Taucheruhr

Übrigens: die Batterie der Uhr hielt tatsächlich die in der Anleitung versprochenen 7 Jahre. Sie schaffte sogar 8 Jahre! Nach dem ein Uhrmacher sie getauscht hatte, trug ich die Uhr noch weitere 5 Jahre, bevor sie irgendwann doch undicht wurde. Ihr Nachfolger war dann die Junghans Mega 1. Die erste Funkuhr der Marke. Das Armband war recht dick, da dort die Antenne eingearbeitet war, spätere Modelle, auch von anderen Herstellten hatten sie dann schon im Gehäuse eingearbeitet, aber auch diese war eine jahrelange Begleiterin. Ich ging mit meinen Sachen immer sehr sorgfältig um, die unübertroffene Langzeit – Uhr war bis Heute aber meine erste Taucheruhr. (Ironie am Rande: Ich bin bis Heute Nichtschwimmer geblieben). 😉

Frohe Ostern!

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11 Gedanken zu „Die verschwundene Armbanduhr

  1. Gabi

    Schön wieder was von Dir zu lesen. Und danke, dass Du dieses aufregende Erlebnis hier erzähl hast. Das sind doch schöne Erinnerungen.

  2. minibares

    Hey, lieber Charly, da bist du ja wieder und mit solch einer schönen Geschichte.
    Da hatten deine Eltern aber eine super Idee, echt Klasse.
    Wie das Schicksal manchmal so spielt, aus Frust willst du den Hasen futtern und genau DAS ist des Pudels Kern.
    Genial, deinen Eltern meine Anerkennung.
    Und dass du nicht schwimmen kannst, ist ja Klasse, ich kann es auch nicht wirklich.

    1. Charly Schwarzer Autor

      Danke Dir! Dann können wir uns ja die Hand geben. Bin am Wasser (Main) aufgewachsen. Sogar mal fast ersoffen. Hab eigentlich keine Angst vor Wasser, aber da ich auch hobbymäßig Physik betreibe, ist mir die Sache mit Wasserverdrängung und Eigengewicht kein Buch mit 7 Siegeln. Ergo: Ich kann nicht schwimmen!
      Das ist wie mit den Hummeln. Wenn die etwas über Aerodynamik wüssten … 😉

      1. minibares

        Genau, im Toten Meer auf dem Rücken liegen. Ich kann doch nur Brustschwimmen, das musste ich mal lernen, um eine 4 in Sport zu bekommen.
        Aber bis ich da auf dem Rücken lag, das hat gedauert.

  3. kaetheknobloch

    Schön, Sie wiederzulesen, Herr Schwarzer. Ich habe mein Bild ausgetauscht, ich hoffe, das ist kein Problem für Sie. Herzliche Vorostergrüße, Ihre Frau Knobloch.

  4. Dianette

    Das war wirklich „etwas“!
    Bin am grinsen… deine Geschichten… hmmm sind wunderschön…
    Ich hoffe du bleibst noch ein weilchen da… 🙂
    Frohe Ostern, Charly!

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