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Refraktor - Linsenteleskop

Sternensucher

Der kleine Charly und der große Weltraum.

Lange ist es her, aber als ich vorhin aus dem Fenster sah musste ich mal wieder daran denken. Da prangten die Sterne am Himmel und schauten neugierig herunter auf den Charly, vermutlich in Erwartung was er Heute wieder für Ungeschicklichkeiten liefert, zu ihrer Belustigung.

Die Zeitreise beginnt …

Es war irgendwann ein paar Tage nach Weihnachten, ich hatte einen 70 mm Refraktor (Linsenteleskop) bekommen, da ich damals schon großes Interesse an der Astronomie zeigte. Nach der ganzen Verwandtschafts — Rundreise, die nun mal auch dazu gehört, hatte ich das Teil endlich komplett zusammen gebaut.

Die Bedingungen waren gut. Weihnachtsferien, also kein Frühaufstehen für die Schule und das Wetter hatte auch ein Einsehen mit mir. Klarer Himmel, optimales Seeing, wie der Astronom sagt.

Sternenhimmel

Sternenhimmel

Mit Taschenlampe und Rotfilter davor, damit sich die Augen nicht umgewöhnen müssen, und dem neuen Prachtstück ausgerüstet, zog es mich auf unseren Südbalkon. Dort brachte ich das Instrument in Stellung. Erst mal ein Weitwinkelobjektiv ausgewählt und einen hellen Stern angepeilt. First Light! Nach dem er in der Bildmitte fixiert war, schaute ich durch den kleinen Sucher und brachte das Fadenkreuz darin in die Position, das es den Stern genau überdeckte. Jetzt waren beide achsparallel ausgerichtet und es konnte losgehen.

Der Mond war auch schon in halber Schönheit vorhanden, aber mein erstes Objekt war der Orionnebel, der sich in der unteren Hälfte des Sternzeichens Orion befindet. Ein atemberaubender Anblick! Sogar mit dem kleinen Weitwinkel. Mit der maximalen Vergrößerung, die das Teleskop bot, war es einfach überwältigend. Mir gingen Gedanken durch den Kopf: Eigentlich sind wir alle, ist alles um uns herum, das Ergebnis toter Sterne! Hätten sie nicht ihr Leben aus gehaucht, gäbe es uns Heute gar nicht. Sie haben alle Elemente erbrütet, die letzten davon im Moment ihres Todes, aus denen wir bestehen.

Ich erschauere!

Ob dieser Gedanken fange ich an zu zittern. Es ist einfach faszinierend, was alles geschehen musste, damit wir Heute hier herum tappen auf der Suche nach Wissen, nach Erkenntnis und ab und zu auch nach Weisheit.

Mein Zittern wird immer heftiger. Es ist so … es ist so … ES IST SO KALT!!! Verdammt, ich sitze ja schon über 4 Stunden hier draußen und mache mir eine geistige Notiz: Beim nächsten Mal vorher eine Thermokanne Tee brauen und mit raus nehmen! Sorgfältig packe ich meine Gerätschaften wieder ein.

Drinnen steht Mutter und grinst. Sie fragt, wie es denn so war und ich plaudere wie ein Wasserfall. Sie merkt wie ich friere und drückt mit einen heißen Tee in die Hand sowie ein kleines Stoffsäckchen! Nanu? Was ist da drin? „Das habe ich Dir gemacht”, sagt sie. ″Da ist Reis drin. Das legst Du in die Verpackung von deinem Fernrohr, das saugt die Feuchtigkeit auf, die sich jetzt auf dem kalten Metall sammelt.”

Ist sie nicht großartig? 😀 Beim Frühstück futter ich nur die Hälfte der sonst üblichen Menge. Kauen und Reden geht nicht zusammen! Wasserfall — Charly hat viel zu plappern über seine Erlebnisse letzte Nacht.

Danke!

Meine Eltern sind nun beide da oben bei den Sternen. Sie schauen herunter auf das Ding, das sie da fabriziert haben. Ich hoffe, ich habe sie nicht enttäuscht! Danke Mama und Papa, ihr seid nicht vergessen! ❤

Das Fahrerlaubniswetter

Der Himmel öffnet seine Schleusen.

Winter Gewittersturm mit Hagel

Nass!

Stellt euch vor, euer Bettchen steht in einer Wohnung, direkt unter dem Dach. Die Wolken ziehen sich zusammen und während ihr unter euer warmen Decke von schönen Zeiten träumt, klopfen die ersten Tröpfchen aufs Dach. In einem sanften Rhythmus bereitet euch dieser Klang …

AAAACH NEEEE! Stellt euch vor, Phil Collins spielt ein Drumsolo! Auf eurem Kopf! So schaut es bei mir gerade aus. Es scheint als hätte jemand den Bodensee über mein Örtchen gezogen und den Stöpsel entfernt. Wie soll einem bei so einem Wetter etwas vernünftiges einfallen, das ich hier schreiben könnte? Nein! So geht das nicht. 😦

Andere freuen sich über das Wetter. Die Hälfte der pariser Automobilisten dürfen sich nun auch wieder unter die andre Hälfte mischen. Und mir fällt immer noch nichts ein.

Na gut, ich wünsche euch ein wesentlich besseres Wetter und einen schönen, erfolgreichen Tag. Lasst es euch gut gehen.

PS:  Beschwerden an den Deutschen Wetterdienst

Kaffee und Blaubeerkuchen

Wer kennt das nicht?

So etwas muss doch jemand kennen!

Erst mal Entschuldigung, das ich euch Heute Morgen nicht bedient habe. Das hatte datenvolumige Gründe! Dafür kommt hier mit etwas Verspätung ein Kurzbeitrag. 😉

Ihr kennt das sicher auch … eine grauenhafte Formulierung, aber man sollte nicht glauben, wie oft sie doch zum Einsatz kommt! Hier wird mal Klartext gesprochen über die Dinge, die jeder kennt, oder nicht?

Der Beitrag hat mir echt ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert! 😀

In diesem Sinne, Morgen gibt es wieder einen richtigen Beitrag von mir, darf ich euch in der Zwischenzeit zu einem kleinen Nachmittagskaffee mit Blaubeerkuchen einladen (siehe Beitragsbild). Schönen Nachmittag noch!

Warnung an WordPress Blogger!

Heise meldet einen Missbrauch von Blogs zu DoS-Attacken!

Die Pingback-Funktion von WordPress wird verwendet, um einen Blog zur Plattform für einen Denial-of-Service Angriff zu machen. 😦 Am Sichersten ist es, die entsprechende Funktion, welche standardmäßig aktiv ist, abzuschalten.

Näheres dazu bei Heise

Es geht rund Freunde!

Schönen guten Moin liebe Lesewillige!

Heute ist ein besonderer Tag! Die Menschen haben ja die Eigenart, jeden Tag des Jahres zu einem ganz besonderen Tag zu machen. Mal ist es der Tag des Gänseblümchens, mal wird der Tag der Corn Flakes gefeiert oder was auch immer einem in den Sinn kommt. Oft werden dazu recht eigenartige Verbindung mit diesem besonderen Datum konstruiert. Diese wirken oft an den Haaren herbei gezogen, so das einem das kalte Grauen kommen kann. Der Geburtstags des Schwagers der Schwester des Erfinders der Corn Flakes ist dann eben das Jubiläumsdatum des Corn Flakes Day!

Kreiszahl Pi

Kreiszahl

In US-Amerikanischer Schreibweise lautet das Heutige Datum: 3.14. Die schreiben ja immer den Monat zuerst, so wurde also der heutige Tag zum Tag der Kreiszahl π!

Gewiss hätte man diesen Tag auch als Tag des Bourbons (oder des Parmaschinkens?) ausrufen können, da Heute, im Jahre 1989 Zita von Bourbon – Parma, die letzte Kaiserin von Österreich starb. (diesen Absatz bitte als Kalauer betrachten)

Da es sich bei der Kreiszahl π allerdings um eine universell gültige Konstante handelt und dieser Tag ja internationalen Charakter hat, hat man vermutlich zu π gegriffen.

Kreiszahl Pi - abgerollt.

Kreiszahl  – abgerollt.

Jeder anständige Kreis, der etwas auf sich hält, hat also etwas mit der Zahl 3,14159 26535 89793 23846 26433 83279 50288 41971 69399 37510 58209 74944 59230 78164 06286 20899 86280 34825 34211 70679 … zu tun. Ich könnte sie jetzt noch bis ins nächste Jahrtausend fortsetzen, da sie als endlos ist, aber so viel Speicher stellt WordPress gar nicht zur Verfügung!

Jedenfalls wünsche ich uns allen Heute einen wunderbaren π – Tag, liebe Lesewillige 😀

Eines noch: Nächstes Jahr ist ein ganz besonderer π – Tag!!! Den Grund seht ihr im Bild unten. 😉

Der ganz besondere Pi - Tag

Der ganz besondere Tag!

Das hätte Thomas Newcomen nicht gedacht!

Weihnachten naht, die Nervosität steigt.

„Paaaapiiii! Nur einen Tipp, büüüdddeee!” — mein Vater drehte sich genervt um. Kleine Kinder können ja so hartnäckig sein, das gilt besonders wenn Weihnachten vor der Tür steht und die Kleinen gerne wüssten, was denn nun das Christkind bringen wird.

Ich nehme mich da nicht aus. Was ich bis jetzt in Erfahrung gebracht hatte, war das es braun ist, und silbern. Es sollte zischen. Eine magere Ausbeute, für fast zwei Monate intensiver Recherchearbeit. Die kannten alle Tricks, meine Eltern. Im Schlafzimmerschrank war nichts zu sehen, alle gängigen Verstecke waren abgesucht. Ok, der Dachboden fehlte noch, aber dort traute ich mich sowieso nicht hin. Eine Ruck-Zuck-Treppe führte dort hinauf. Dort unter den Dachziegeln war es zugig und mein Gleichgewichtssinn legte aller schärfsten Protest ein, wenn ich auch nur den Plan fasste, mich dort hinauf zu bewegen. Also blieb nur zu fragen und die kuriosen Antworten meiner Eltern auszuwerten.

Der Tag X ist da …

Dann kam der Heilige Abend! Ich konnte es kaum noch erwarten, da hatte mich auch das Schmücken des Baumes nicht davon abhalten können, hochgradig nervös vor dem nun gesperrten Wohnzimmer auf und ab zu laufen. Als ich mit meiner Mutter aus der Kirche zurück kam, war der Raum immer noch versperrt und das kleine Nervenbündel nicht mehr zu bremsen. Dann ertönte die uralte, traditionelle Weihnachtsplatte von Polydor aus dem Zimmer. Die einzige Schallplatte in unserer Sammlung, mit einem blauen Label. Die anderen waren alle rot.

Ich erspare euch nun die Details, das lief bei uns nicht viel anders ab, als bei tausenden anderen Familien in dieser Zeit. Nachdem wir uns frohe Weihnachten gewünscht hatten und meine Eltern ihre Geschenke getauscht, kam ich an die Reihe. Unter dem Baum stand ein großer Karton in buntes, weihnachtliches Geschenkpapier gehüllt. Hastig machte ich mich ans Auspacken …

Dampfmaschinen Modell

Meine Dampfi

Eine Dampfmaschine! 😀 Meine Augen strahlten! Mit nervösen Fingern begann ich die Packung zu öffnen und die Einzelteile heraus zu nehmen. Es war genau so eine, wie auf dem Bild, nur der Griff an der Dampfpfeife war rot, sonst gab es keinen Unterschied.

Nach diversen „Büüddeee” und treuen Hundeblicken konnte ich meinen Vater erweichen, sie gleich mal auszuprobieren. Nur das Zubehör, eine Achse mit diversen Übersetzungsscheiben, eine kleine Standbohrmaschine und eine Kreissäge blieb noch in der Verpackung.

„Ich suche dir dazu erst mal eine stabile Platte, da schrauben wir das dann drauf und dann kannst Du es laufen lassen, aber erst nach den Feiertagen! Morgen gehts erst mal nach Schweinheim, zur Oma”

Die ersten Runden des Schwungrads

Gut, damit musste ich leben. Also mal sehen, wie geht das? Dampfpfeife abschauben, mit dem winzigen Trichter das Wasser einfüllen. 4 Esbit Steine ins Feuerfach einlegen und dann anzünden. Einschieben! Nach einer Weile war zu sehen, wie das Wasser im Schauglas siedete. Ein leises Zischen, welches sich zu einem Pfeifen steigerte wurde hörbar. Ich schloss vorsichtig die heiße Dampfpfeife. Auf einmal ging es los! Das Schwungrad ruckelte und begann sich zu drehen! Ich konnte meinen Blick nicht von dem Maschinchen abwenden, während mein Vater mir das Prinzip erklärte. Als sie eine Stunde später langsam zur Ruhe kam, wusste ich alles über Dampf, Maschinen, Wärmeausdehnung usw.

Ich glaube mein Vater hat gar nicht gedacht, das ich mir alles merken würde, aber ich war wie ein trockener Schwamm im Regen. Ich saugte alles auf! Die Maschine landete später im Diorama meiner Modelleisenbahn, auch wenn der Maßstab nicht ganz passte, so war sie doch für den Antrieb der Bahnschranken zuständig und schob die Magnete unterm Tisch an, welche die kleinen Autos oben auf der Platte bewegten. 😀

PS: Was hat das nun mit Thomas Newcomen zu tun? Nun, der hat 1712 die erste brauchbare Dampfmaschine gebaut, mit welcher das Wasser in einem Bergwerk abgepumpt wurde.

S.T.S. Khersones auf der Kieler Woche 2005

Ein Schiff wird kommen …

War früher wirklich mehr Lametta?

Während der Mond in seiner dreivierteligen Gestalt leise durch mein Fenster hier scheint, erweckt es in mir den Eindruck als säße ich in Orvells Zeitmaschine. In halb wachem Zustand meinen ersten Kaffee schlürfend, denke ich zurück an diesen Traum, der kurz nach dem langsamen Erwachen noch recht deutlich in mir nach hallte. Ich versuche ihn nicht im Vergessen des Tages untertauchen zu lassen und sortiere die Vorgänge in meinem Kopf noch mal kurz:

Die feuchten Träume des Charly

Ich träumte von einer längst vergangenen Zeit, in der ich noch die Grundschule besuchte. Jahreszeitlich kann ich das folgende Ereignis nicht mehr recht einsortieren, es war nur sicher kein Winter. Es ist entweder im Frühling oder Herbst zu verorten. Es war für kurze Hosen noch oder nicht mehr zu kalt, aber Wintersachen waren auf keinen Fall angesagt.

Ich hatte ein paar Tage zuvor einen kleinen Gummischleuder getriebenen Modellflieger geschenkt bekommen. Ein Modell von Graupner, mit Plastikfolien bespannten Flügeln und einem schlanke Kunststoffrumpf. Das Teil wurde mit einem kleinen Katapult gestartet, welches nur aus einem grünen Handgriff und einem Gummiband bestand. Ich war schon immer ein Fliegernarr und alles was sich durch die Luft bewegt, besaß meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Jetzt wo ich diese Zeilen schreibe, fällt mir ein, es könnte Spätsommer, Herbst gewesen sein. Den Flieger hat mir mein Vater auf dem Segelfliegerfest in Obernau geschenkt, aber legen wir mal los …

„Mama, Mama, Mama! Hausaufgaben sind fertig! Darf ich jetzt?”. Meine Mutter zog die rechte Augenbraue hoch. Auf dem Küchentisch lag ausgebreitet und kontrollbereit mein Machwerk. Ein Pamphlet von 8 klein und eng beschriebenen DIN A4 Seiten! Wir hatten nicht so viel zu schreiben brauchen, aber wie sollte ich sonst die Erlebnisse in den Sommerferien dort unterbringen? Ging doch gar nicht anders! Mit einem ergebenen Seufzen entließ  mich meine Mutter, sie wusste das es an meiner Arbeit nichts auszusetzen gab, außer vielleicht der Länge. Also setzte sie sich hin und begann mit der ersten Seite. „Wo willst Du hin?” fragte sie beiläufig. „Auf die Wiese runter, den Flieger ausprobieren” kam meine Antwort.

Darf ich jetzt endlich gehen?

Ich musste mir erst mal eine lange Erklärung anhören, das ich aufpassen soll und es geht auf keinen Fall über den Weg unten am Main hinaus! Der Weg war ein breiter Sandstreifen, der von unseren „Rettern” genutzt wurde, um dort jedes Jahr einmal mit ihren Truppentransportern anzurücken und auszuprobieren, wie man einen Pontonbrücke über den Main bauen kann. Es könnte ja sein, das die Russen wieder kommen! Mein Blick wanderte dann flussabwärts in Richtung obernauer Staustufe und ich überlegte, wozu etwa 500 Meter oberhalb einer Brücke, eine Brücke gebaut werden muss, wenn uns die Russen besuchen? Egal!

Als Nichtschwimmer hatte ich schon aus rein persönlichem Interesse keine Absicht näher mit dem Main in Verbindung zu treten. Das interessierte mich auch im Moment überhaupt nicht. Mein Interesse galt dem kleinen Graupnerflieger! Am Hang der Mainwiese angekommen, ging es an den Start. Erstflug! Toll! Ich probierte an dem grassbewachsenen Hang alles aus, was machbar war. Mit einer leichten Neigung zur Flugbahn ging er in eine Kurve über und zog einen großen Bogen!

Es ist zu eng hier!

*KRACH* — Blöder Baum! Seit wann stehst Du da herum? Hier ist es doch irgendwie eng an diesem Hang. Da wäre es weiter unten besser, oder? WOW! Das klappt ja bestens hier. Zisch — saus — schwirr! Niemand kann es mit Testpilot Rex Danny aufnehmen! Das war damals einer meiner Lieblingscomics. Jetzt kommt der große Test! Die F-13 muss den gigantischen Amazonas überfliegen. Gelingt ihr ein weiter Bogen über den reißenden Fluss? Wird sie im Bahnneigungsflug die tödlichen Gewässer überfliegen und wieder auf trockenem Land herunter kommen? 3 … 2 … 1 … Ignischen! Zack, tatsächlich ein wunderbarer Flug über das Wasser, aber oh! Das wird Eng!!! *KLATSCH* genau auf die Böschung.

Ich hatte schon Angst er würde für immer im Main verschwinden. Ich schaute mir das vorsichtig und mit Respekt an. Er lag knapp über der Wasserlinie. Dort könnte ich dran kommen. Vielleicht mit einem Stöckchen? Ich besorgte mir von dem vorhin attackierten Bäumchen ein am Boden liegendes Ästchen. Wirklich knapp, meine Arme sind zu kurz. Nur noch ein Stück näher, ein winziges. Es kam wie es kommen musste. Mit einem leisen *PLATSCH* lag der Charly im Wasser!

Charly, die Wasserleiche?

PANIK überkam mich, meine Füße fanden keinen Halt. Ich griff erst mal nach dem Flieger und warf ihn ans Ufer hoch. Dann suchte ich eine Möglichkeit irgendwie dem Griff des Mains zu entkommen. Mittlerweile bis zur Brust im Wasser, fand ich heraus, das die Böschung, welche aus Beton gefüllten Säcken bestand, doch relativ rutschig war. Zu rutschig um zu entkommen! Meine Kräfte ließen nach, als der Main auf einmal ein Einsehen hatte. Er zog sich zurück. Ich bemerkte, schon bis zum Hals im Wasser, einen leichten Sog und das Wasser verschwand.

Ein Schiff wird kommen

Als ich nur noch bis zur Hüfte gewässert war, gelang es mir mit letzter Kraft aufs Ufer hoch zu klettern. Puh! Ein Blick zurück zeigte mir den Grund, der mich gerettet hatte. Ein recht schnell fahrendes Schiff hatte durch den Sog seiner Bugwelle das Mainwasser zu sich gezogen. Die hatte dort noch nicht mal was von meiner Not bemerkt. Klatschnass holte ich erst mal Luft, dann meinen Flieger und rappelte mich auf. Triefend und deprimiert stapfte ich den langen Weg zurück nach Hause. Vielleicht trockne ich ja noch, bis ich oben bin?

Nein, ich trocknete nicht! Den Rest erspare ich euch. Es war jedenfalls nicht schön, was ich zu hören bekam. Ein Main Verbot bekam ich zwar nicht, da meine Mutter wusste, das ich meine Lektion gelernt hatte, aber ich spürte erst mal eine ganze Weile kein größeres Verlangen mehr, dort unten zu spielen. Tja, das war alles irgendwie dumm gelaufen. Mit etwas weniger Glück für mich, hättet ihr jetzt diesen endlosen Text nicht zu lesen brauchen, aber keine Angst, der nächste wird wieder etwas kürzer — oder der Übernächste, oder der Überübernächste. 😉